Warum soviel Chaos?

"Wir sind keinen Winter mehr gewohnt"

 

Kilometerlange Staus auf den Strassen, verspätete Züge auf allen Linien, annullierte Flüge auf allen Routen - Winterwetter in Deutschland.

 

Ich bin der Meinung, dass Mensch und Maschine einfach nicht mehr auf harte Winter eingestellt sind. Früher gab es auch harte Winter, doch warum wirkt heute jeder Tag mit Schnee wie eine grosse Katastrophe?

 

Früher als ich klein war, war das doch eine ganz normale Situation, mit der man auch ohne Probleme umgehen konnte. Heute bringen schon 10 -bis 30 Zentimeter Schnee die gesamte Republik komplet um den Verstand.

 

Zum Auto: Auf den Autobahnen kommt es schon bei wenig Schnee zum Chaos. Früher in den 50er und 60er Jahren hatte jeder Autofahrer Schneeketten im Kofferraum, das war ganz normal für jeden. Der Schnee bildete eine feste Unterlage (Schneedecke) und los gings.

 

Heutzutage haben uns alle von der Vorstellung einlullen lassen , dass der Staat schon dafür sorgen wird, dass wir freie Straßen haben.

In unserer Grundeinstellung leben wir hier völlig unabhängig vom Wetter. In so einigen anderen Ländern dieser Erde lebt man mehr mit den Wettereinflüssen als wir hier.

 

Zur Bahn: Die deutsche Bahn wird heutzutage doch fast nur noch ferngesteuert und somit sind Entscheidungen vor Ort eigentlich kaum mehr möglich. Desweiteren gibt es ein Personalproblem, da die Bundesbahn in den letzten dreißig Jahren gut 250.000 Stellen gestrichen hat. Früher hat es entlang der Strecken sehr viel Personal gegeben. Dieses Personal hat sich um umgestürzte Bäume, abgebrochene Äste oder den zu hohen Schnee vor Ort gekümmert. Doch das gibt es alles heute aus Kostengründen nicht mehr (die Börse ruft). Kosten runter und Personal durch Technik ersetzten.  Doch die aktuelle Technik der Bundesbahn ist sehr empfindlich. Es ist mittlerweile eine sehr stark elektronisierte Bahn und ein ICE fährt mit einer sensiblen Software, und diese Systeme sind relativ stark wetterabhängig.

 

Zum Fliegen: Zu den Zeiten, als die Winter noch regelmäßig härter waren, wurde noch nicht so viel geflogen. Das Fliegen hat in den letzten dreißig Jahren extrem zugenommen. Dadurch sind Flughäfen heute sehr komplexe Systeme geworden. Das sieht man schon an den Enteisungsanlagen. Ein Flughafen hat eben nicht genügend Maschinen wie Enteisungsanlagen zur Verfügung und dann dauert das Enteisen auch noch. Beim Fliegen kommt es eben auch hauptsächlich auf Sicherheit an, denn da geht es eben gleich um 200 oder 300 Menschenleben, die da gefährdet sind. Unter diesen Bedingungen wird man den Flugplan nicht einfach trotz des Wetters durchziehen können. Bei der Bahn ginge das hingegen schon.

 

Länder in Skandinavien haben jeden Winter mit solchen Schneemassen zu kämpfen und dort scheint es keine Probleme zu geben. Doch was machen die Skandinavier dabei anders als wir?

 

Für die Skandinavier ist es völlig normal, Schneeketten zu haben und auch zubenutzen. Eine feste Schneedecke bildete die Grundlage zum fahren. Und da ist es natürlich auch ganz normal, dass jede Region und jeder Ort seine eigenen Winterdienstanlagen hat und sich darum kümmert das die Schneedecke befahrbar ist. Hier bei uns muss immer alles runter bis auf den Asphalt. Auch die Bahnen in Skandinavien, Russland oder der Schweiz halten eben mit Schneefräsen ihr Netz frei.

 

Lasst den Schnee liegen, verzichtet auf das Salz. Man braucht keinen blanken Asphalt um mit dem Auto zu fahren.

 

Und wenn die Versorgung wegen dem Schnee nicht mehr klappt sollte man das System der Logistik einmal überdenken und den Warenhandel wieder regionaler organisieren.

 

 

 

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