Wie verschwende ich Millionen? Ein kleines Hamburger Beispiel



Wer es noch nicht mitbekommen hat, Hamburg baut seit 2007 eine Philharmonie (Photo oben von Reinhard Kraasch).  

Laut Wikipedia: Die Elbphilharmonie, auch Elbphilharmonie Hamburg ist ein seit April 2007 im Bau befindliches Konzerthaus in Hamburg-HafenCity, das auf dem Kaispeicher A, einem ehemaligen Kakaospeicher inmitten des Hamburger Hafens, errichtet wird.

 

Der Entwurf des Gebäudes stammt vom Basler Architekturbüro Herzog & de Meuron. Es soll nach Fertigstellung in seinen gesamten Geschossflächen von etwa 120.000 m² neben drei Konzertsälen und Backstagebereichen auch ein Hotel, Gastronomiebereiche, 47 Eigentumswohnungen, eine öffentlich zugängliche Plaza auf 37 Metern Höhe und ein Parkhaus mit 500 Stellplätzen enthalten.

Das Richtfest fand nach gut dreijähriger Bauzeit im Mai 2010 statt. Die Fertigstellung des Gebäudes war zunächst für 2010 geplant, dann mehrfach verschoben worden.

 

Im März 2011 würde die Eröffnung für 2013 angekündigt, doch im August 2011 kam es zu einer weiteren Verzögerung, so dass seitdem von 2014 oder 2015 ausgegangen wird.

 

Ein weiteres Politikum des Baus sind die steigenden Kosten, so ging man in den ersten Planungen von 77 Millionen Euro, bei Baubeginn von 114 Millionen Euro und im Jahr 2008 von 323 Millionen Euro aus.

 

Im Jahr 2011 wurden die Gesamtkosten auf 476 Millionen Euro veranschlagt. Diese Schätzungen basieren auf Mehrkostenforderungen und Kosten durch die Bauverzögerung, die von der Stadt nicht anerkannt werden. Soviel zur allgemeinen Information.

 

Meine Meinung dazu ist folgende:

Ich wünsche mir, dass endlich strafrechtlich gegen die Verantwortlichen vorgegangen wird. Aus meiner Sicht liegt der Verdacht des Betruges und der Veruntreuung öffentlicher Gelder nahe. Dieses kann und sollte eigentlich strafrechtlich verfolgt werden. Für politischen Größenwahn und Inkompetenz können Senat und Volksvertreter, die maßgeblich mitverantwortlich sind, dagegen leider nicht belangt werden, bei künftigen Wahlentscheidungen (wenn man denn wählen geht) sollte es aber Berücksichtigung finden.

 

Ein Volksentscheid über eine (unendliche?) Weiterfinanzierung durch die Stadt wäre ein Variante das Desaster zu beenden! Ich war von Anfang an gegen den Bau an sich und die Übernahme der Finanzierung durch die Stadt Hamburg und fühle mich wie so oft von den Politikern veräppelt. Ich weiß dass ich dabei nur einer von sehr vielen Hamburgern bin und Hamburg könnte sein Geld dringend für andere Dinge wie u.a. Sportplätze etc. gebrauchen.

 

Kein Bauherr käme auf die Idee, einen "kostenoffenen" Vertrag zu unterzeichnen. Kein Mensch kommt auf die Idee, einen Vertrag zu unterzeichnen, wenn er nicht weiß, was er bekommt (Zitat des Architekts aus der Mopo: "Der Bauauftrag wurde vergeben, obwohl weder Baugenehmigung, fertige Pläne für den Konzertbereich, Gesamtterminplan und -koordination vorlagen und Aufträge ohne Kostenbegrenzung vergeben wurden".) Würden einer meiner Blog Leser soetwas tun? In der Amtszeit von Herrn Bürgermeister Ole von Beust, sind viele seltsame Dinge passiert, dies ist aber der Oberhammer.

 

Eine Lösung: Alles abbrechen und das Ding als Mahnmal für alle Politiker stehen lassen. Auf das so etwas in Deutschland nie mehr passiert. Es ist eine Farce.

Das Schlimmste dabei ist: Bestraft wird niemand.

Sowohl die Verantwortlichen bei Hochtief, als auch die Beamten und Politiker der Stadt haben doch wie fast nichts dabei zu befürchten. Dieser Fall ist mal wieder ein Schlag ins Gesicht für die Menschen dieses Landes und jeden Hamburgers der jeden Cent zwei- oder dreimal umdrehen muss.

 

Und nun überlegt euch doch mal, was der Betrieb der Philharmonie in der Zukunft noch kosten wird. Wieviele normale Hamburger werden überhaupt in den Genuss kommen, die Philharmonie von innen zu sehen. Eigentlich müsste jeder Hamburger auf Lebenszeit deutlich vergünstigte Eintrittskarten erhalten! Das wäre ja wohl das Mindeste.

 

Aber was soll man erwarten, wenn Adlige sich Paläste auf Kosten ihrer Leibeigenen errichten. Ja, in 50 Jahren kräht kein Hahn mehr danach.

 

STOPPT ENDLICH DIESE GELDVERNICHTUNGSMASCHINE NAMENS HAMBURGER ELBPHILARMONIE!

 

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Kommentare: 13
  • #1

    Marco (Freitag, 18 November 2011 10:37)

    Wenn das Projekt gestoppt wird, ist das Geld wirklich komplett sinnlos verbrannt.

  • #2

    Phil (Freitag, 18 November 2011 12:15)

    @Marco
    welches Geld, das was schon weg ist oder die hunderte von Millionen welche noch kommen?

  • #3

    Kjell Rieck (Freitag, 18 November 2011 15:51)

    Mh... Deine Ansätze sind vertretbar. Jedoch ist das Thema zu groß um es in einem kurzen blog zu interpretieren. Du hast das Thema nicht von allen Seiten beleuchtet.

  • #4

    Phil (Freitag, 18 November 2011 15:51)

    stimmt, nicht von allen seiten ..... ne, ich wollte auch keine Dr. Arbeit schreiben... war nur ein wenig genervt darüber und das musste raus;-)

  • #5

    Kjell Rieck (Freitag, 18 November 2011 15:52)

    das habe ich mir dann auch so gedacht.

  • #6

    Thorsten Schwinge (Freitag, 18 November 2011 15:57)

    :) Falsche Berufswahl mein Freund!!! Laut Bundesbaugesetz verdienen die Architekten Ihr Honorar anhand des Endpreises eines solchen Objekts! ;-) Da haben dann wohl andere ein großes Interesse daran, dass die EP nicht "schnellst möglich" fertig gestellt wird! Da wird derzeit woanders gebaut, um das ganze Geld in einem Geldtower alias Dagobert Duck unterzubringen! ;)) Augen auf bei der Berufswahl!

  • #7

    Mats Schwieger (Freitag, 18 November 2011 15:57)

    Blog noch nicht gelesen, aber bei Dir war Phil-Harmonie doch schon immer so 'ne Sache ;-)

  • #8

    Eric Salzinger (Freitag, 18 November 2011 15:58)

    Egal wie..... das Ding ist ne Farce hoch 10 und absolut unwürdig das dies in Hamburg passiert. Das Sachen teurer werden als vorher veranschlagt ist eine sache aber das hier hat ne andere Qualität.

  • #9

    Mathias Hase (Freitag, 18 November 2011 15:59)

    hauptsache dieser drecksklotz wir mit zig-hundert-millionen hochgezogen und schafft ganz dolle, ganz viele minijobs für studis. und auf der anderen seite werden stadtteilbezogenen sozialprojekten der geldhahn zugedreht. danke ole, danke olaf!

  • #10

    Mathias Hase (Freitag, 18 November 2011 16:00)

    äh, wer ist eigentlich die tätowierte da links auf dem foto in deinem blog?!

  • #11

    Alexander Willsch (Freitag, 18 November 2011 16:00)

    Die Ole-von-Beust-Gedächtnishalle

  • #12

    Eric Salzinger (Freitag, 18 November 2011 16:01)

    Oder seine Grabesstätte... Was die alten Ägypter hatten, wollte der Ole halt auch haben.

  • #13

    Phil (Freitag, 18 November 2011 16:03)

    Wieviel Millionen Euronen werden es wohl....
    ich tippe über 500.000.000!